Wissenswertes zur Pflegezusatzversicherung

Ambulante Pflege

Wer pflegebedürftig ist, kann auch von einem ambulanten Dienst -als Unterstützung der Angehörigen- gepflegt werden.

Dies ist meist eine Kombination aus Kranken- und Altenpflege und hat den Vorteil, dass der Erkrankte zu Hause in seiner gewohnten Umgebung gepflegt werden kann.

Welchen Leistungsumfang haben solche Pflegedienste?

Neben der Grundpflege bieten viele auch medizinische Behandlung an und helfen den Angehörigen im Haushalt. Sollte der Umfang zu aufwendig sein, so können auch Dienstleistungen vermittelt werden.

Besonders größere Dienste bieten z. B. Pflegekurse für Angehörige bzw Kurse z. B. für Krankengymnastik. So fallen Angehörigen tägliche Aufgaben oft leichter und entlasten so auch die Pflegedienste.

Demenz

Demenz ist ein Defizit von Fähigkeiten, die zur Beeinträchtigung kognitiver, sozialer und beruflicher Funktionen führt.

Meist geht eine diagnostizierte Erkrankung des Gehirns damit einher. Betroffen sind besonders das Kurzzeitgedächtnis, sowie ein sich reduzierendes Denkvermögen, eingeschränkte Sprache und Motorik und bei Einigen Formen der Demenz auch die Persönlichkeitsstruktur.

Alzheimer-Krankheit ist eine Form der Demenz und tritt am häufigsten auf.

Grundpflege

Im Sinne des SGB 11 gehören dazu alle pflegerischen Hilfen zur Körperpflege, der Ernährung sowie der Mobilität.
Aber Achtung: Ausdrücklich ausgenommen hiervon ist die Haushaltsführung. Hilfen bei der Durchführung ärztlicher Anordnungen z. B. Versorgung mit Medikamenten, werden in der Regel ebenfalls nicht berücksichtigt.
Gerade diese Hilfen sind jedoch für höhere Pflegestufen sehr wichtig.

Härtefallregelung

Wenn der Pflegeaufwand das Maß der Pflegestufe 3 weit übersteigt, kann ein so genannter Härtefall vorliegen.
Die Pflegekasse kann in diesem Fall im Rahmen der Pflegesachleistung und der vollstationären Pflege weitere Leistungen gewähren.
Dies kann beispielsweise im Endstadium einer Krebserkrankung oder bei Patienten im Wachkoma der Fall sein.

Kurzzeitpflege

Kurzpflege für den Notfall

Hier hat die Gesetzgebung eine Möglichkeit geschaffen, für 10 Tage auf zeitlich kurz begrenzte Pflegefälle reagieren zu können z.B. ein schwerer Bruch, eine OP oder nach einem Sturz.

Medizinischer Dienst MDK

Wie wird geprüft, ob Pflegebedürftigkeit besteht?
Die Pflegekasse schaltet hierzu den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung MDK ein.
Das ist eine unabhängige Einrichtung, die von allen Kranken- und Pflegekassen in Anspruch genommen wird, um den tatsächlichen Pflegebedarf zu bestimmen.

Führt der MDK eine eigene Untersuchung durch?

In der Regel nicht. Der MDK schickt einen Gutachter zu Ihnen nach Hause.

Dieser prüft, ob die Voraussetzungen der Pflegebedürftigkeit überhaupt vorliegen und wenn ja, für welche Pflegestufe.

Pflegestufe 0

Auch Personen mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz, die noch nicht die Voraussetzungen für eine Einstufung in die Pflegestufe I erfüllen, haben einen Anspruch auf eine Betreuungsleistung.
Der Hilfebedarf in der Grundpflege liegt unter 45 Minuten täglich.

Wer hat Anspruch?

Alle Pflegestufen, die an einer Demenz oder ähnlichen Erkrankungen leiden und ein erhöhtes Maß an Betreuung und z. T. auch Beaufsichtigung (Orientierungsstörungen wie z. B. das Verlassen des Wohnbereichs und keine Orientierung und Möglichkeit, wieder nach Hause zu kommen, gefährliche Situationen nicht einschätzen können etc) benötigen.
Wie erhalte ich Leistungen?
Über einen Antrag bei der zuständigen Pflegekasse. Der Medizinische Dienst (MKD) prüft bei einem persönlichen Besuch den Patienten und erstellt bei diesem Termin nach Kriterien die entsprechenden Einschränkungen fest. Das Ergebnis leitet er als Pflegegutachten an die Pflegekasse zur Genehmigung zurück.

Wie hoch sind die Leistungen?

Es werden Pflegesachleistungen gewährt. Es wird kein Geldbetrag gezahlt, sondern diese Leistungen i.d.R. mit in Anspruch genommenen Leistungen z. B. einer Tagespflege verrechnet.
Er beträgt in Grundbetrag 100€ und in sog. Erhöhten Betrag bis 200€ pro Monat.

Pflegestufe 1

erheblich Pflegebedürftige

Der Hilfebedarf für die Grundpflege und die hauswirtschaftliche Versorgung muss pro Tag mindestens 1,5 Stunden betragen.
Auf die Grundpflege müssen dabei mehr als 45 Minuten täglich entfallen.

Pflegestufe 2

Schwerpflegebedürftige

Der zeitliche Aufwand für die Grundpflege und die hauswirtschaftliche Versorgung muss pro Tag mindestens drei Stunden betragen, wobei auf die Grundpflege mindestens zwei Stunden entfallen müssen.

Pflegestufe 3

Schwerstpflegebedürftige

Der Hilfebedarf für die Grundpflege und die hauswirtschaftliche Versorgung muss bei mindestens fünf Stunden täglich liegen. Der Anteil an der Grundpflege muss dabei mindestens vier Stunden täglich betragen.

Pflegetagegeld

Hier wird für die jeweilige Pflegestufe ein Betrag privat hinzuversichert, der dann unabhängig von den tatsächlich angefallenen Kosten monatlich ausgezahlt wird.

Pflegezeit

Pflegezeit darf nur am Stück genommen werden.
In Deutschland ist es möglich, pflegebedürftige Verwandte zu Hause selbst zu pflegen.
Dafür sorgt das Pflegezeitgesetz, nachdem Arbeitnehmer bis zu sechs Monate Pflegezeit nehmen können.
Allerdings darf diese Zeit nur am Stück, nicht in Etappen genommen werden.

Stationäre Pflege

Die beste Pflegelösung, wenn die Pflege zu Hause nicht mehr ausreicht

Die gesetzliche Pflegekasse zahlt nur die eigentlichen medizinischen Pflegekosten: nach der zugestandenen Pflegestufe. (Diese sind Stand 1/2012)

Vollstätionäre Pflege in einer Pflegeeinrichtung

Pflegestufe 1 Pflegestufe 2 Pflegestufe 3 Härtefall
Erstattung gesetzl. Pflege 1.023€ 1.279€ 1.550€ 1.918€

Die gesetzliche Pflegekasse übernimmt aber nicht die Kosten für das Wohnen und die Verpflegung im Pflegeheim. Dafür müssen Sie Rente und sonstige Einkünfte bzw. Vermögen einsetzen. Diese Kosten sind immer vom Patienten zu tragen.
Bei den meisten Menschen entsteht dadurch einen Versorgungslücke.

Diese sollte am besten in jungen Jahren durch private Vorsorge abgesichert werden. Für junge und gesunde Menschen sind die Beiträge niedrig und sichern im Bedarfsfall die Existenz.

Ca. 3000€ kostest ein Pflegeplatz bei Pflegestufe 3. Da können rasch hohe Summen entstehen. Zumal statistisch gesehen die Pflegezeit ca 8 Jahre beträgt.

Die Kosten werden weiter steigen und die Pflegekassen durch die immer älter werdende Bevölkerung mit immer längerer Lebensdauer stärker belastet.

Tipp:
Bei der stationären Pflegeeinrichtung sollte man so wählen, dass die Entfernung zum bisherigen Wohnort möglichst gering ist, so dass die Angehörigen kurze Wege für Besuche haben und den Bezug nicht verlieren.
Ein Pflegeheim muss für den Patienten das bisherige vertraute zu Hause ersetzen. Daher sollte darauf geachtet werden, dass eine heimelige Atmosphäre besteht. Im besten Fall sollten eigene Möbel mitgebracht werden können, so dass der Verlust und die Umstellung der Lebensverhältnisse möglichst gering ausfällt.

Hierbei ist es durchaus üblich, dass man sich das Heim vorab in Ruhe ansehen kann.
Sogar „Probewohnen“ ist in einigen Fällen möglich.

Auch der Pflegevertrag sollte bei der Entscheidung für ein bestimmtes Heim genau auf Details geprüft werden. Der Teufel steckt –wie immer- im Kleingedruckten.
Denn grundsätzlich ist der Heimvertrag für die Kosten und Pflege entscheidend – und bestimmt nicht nur eine Formsache. Also Achtung und sich ggf beraten lassen!

Versorgungslücke

Ein Thema, dem sich niemand gerne stellt

Momentan werden rund 2 Millionen Menschen gepflegt. Dies kann zu Hause in der gewohnten Umgebung unter ambulanter Versorgung geschehen.

Pflegebedürftigkeit kann jeden treffen: oftmals rascher als erwartet!

Jeder dritte Deutsche über 80 Jahren ist heute bereits ein Pflegefall. Jedoch werden täglich rund 25 Menschen unter 65 Jahren ebenfalls pflegebedürftig. So zählen Unfälle, Stürze oder plötzlich auftretende Krankheiten wie ein Schlaganfall zu den häufigsten Ursachen, die zur Pflegebedürftigkeit führen.

Und dann kommen die ungeliebten Fragen:

  • Wer pflegt mich?
  • Muss ich in ein Heim?
  • Wer zahlt das?
  • Muss meine Familie einspringen?
  • und noch viele Fragen mehr. . .

Was kann und muss ich sogar tun, um diese Fragen heute bereits zu klären?

Wer frühzeitig sich mit diesem Thema beschäftigt und Vorsorge treibt, der hat zu einem recht moderaten Preis alle Chancen und Möglichkeiten.

Wir alle wissen das!!! Aber tun wir es auch???

Ehrlich gesagt: nein.

Das scheint menschlich zu sein. Wir schieben es auf und auf und denken in immer größeren Abständen mal wieder daran. Und gleichzeitig sitzt in unserem Kopf die Meinung, dass man rechtzeitig zum Alter dies noch tun sollte. Aber wie oft kommt die Vorsorge zu spät und die Realität hat uns eingeholt?

Öfter als uns lieb ist.

Heute kennen wir meist Menschen aus unserer Umgebung, die zum Pflegefall wurden. Wir sehen die begrenzten Möglichkeiten, erleben die Tragik von Lebenssituationen und hoffen, dass es uns nicht treffen möge. Verständlich, aber auch etwas naiv.

Es kann jeden treffen.